Die Schläferin

Die Schläferin

1933
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Die „Schläferin“ ist ein besonders gelungenes Beispiel für Yvas Arbeitsweise, die durch ungewöhnliche Perspektiven, punktgenaue Lichtinszenierungen und Bildausschnitte, die Details hervorheben, ihre Modelle und Motive – ganz im Sinne der Werbestrategie – oft idealisiert darstellte. Eine blonden junge Frau liegt mit geschlossenen Augen, die Armen hinter dem Kopf verschränkt, auf dem Rücken. Ihren Kopf hat sie in die Handflächen gebettet und nach rechts gedreht. Durch die starke Aufsicht liegt das entspannte Gesicht, vom Betrachter aus hinter dem Arm und wird von den Unterarmen in einem großzügigen Bogen gerahmt. Solche Fotografien dienten in der Regel der Illustration von Textbeiträgen, etwa von romantischen Novellen oder Fortsetzungsromanen. „Die Schläferin“ wurde Anfang 1933 im "Uhu" veröffentlicht. 

Yva – Else Ernestine Neuländer-Simon (1900–1942)

Zeitgenossen nahmen die Arbeiten der Berliner Fotografin Yva als denen eines Man Ray oder László Moholy-Nagy ebenbürtig wahr. Yva selbst, mit bürgerlichem Namen Else Neuländer, sah sich in erster Linie als Gebrauchsfotografin. Neben Aufträgen von illustrierten Magazinen und Modezeitschriften fertigte Yva Porträts von Künstlern, Tänzerinnen und Schauspielern, aber auch Tierporträts und Werbeaufnahmen. Die spätere Lehrmeisterin von Herbert Newton gründete schon mit 25 Jahren ihr eigenes Atelier und wurde insbesondere mit ihren Modeaufnahmen schnell bekannt. Mit seiner hoch professionalisierten, nachfrageorientierten Arbeitsweise hatte sich Yvas Atelier mit seinen bis zu 10 Mitarbeitern 1934 endgültig als eines der gefragtesten auf dem Gebiet der Modefotografie in Berlin durchgesetzt. Als die Nationalsozialisten 1938 ein Arbeitsverbot für jüdische Bürger verhängten, dem Yva aufgrund ihrer Herkunft unterlag, endete diese Erfolgsgeschichte jedoch wenige Jahre später. Erst Mitte der Neuzigerjahre des 20. Jahrhunderts wurde das zwischen 1925 und 1938 entstandene Werk dieser Grande Dame der Modefotografie wiederentdeckt und in seiner Bedeutung für die Entwicklung sowohl der Kunst- als auch der Gebrauchsfotografie der Moderne gewürdigt.

Limitierter Fine-Art-Print. Auflage: 150 Exemplare. © ullstein bild
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