Die Schauspielerin Renate Müller

Die Schauspielerin Renate Müller

1930
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Die florierende illustrierte Presse der Goldenen Zwanziger nutzte und schürte den aufkommenden Starkult: berühmte Schauspieler wurden zum beliebten und gesuchten Motiv der Atelierfotografie. Auch als Werbeträger für die Präsentation der schicksten Kleider, der neuesten Frisurenmode und extravagantesten Schmuckkollektionen wurden die Stars und Sternchen des Filmgeschäfts gerne engagiert.

Vom Berliner Max Reinhard Seminar kommend, wurde Renate Müller 1928 vom Stummfilm entdeckt. In den 30ern avancierte sie zu einem der großen Stars des deutschen Tonfilms. In ihrer Paraderolle des „deutschen Mädels“ – kess, unkompliziert, emanzipiert aber anständig – feierte sie in der musikalischen Komödie „Die Privatsekretärin“ 1931 sogar einen Überraschungserfolg in England. In einer ganzen Reihe ähnlicher Filme, deren Handlung immer nach demselben trivialen Schema verlief, meisterte sie mit Optimismus, Humor und Charme die Hürden des Alltags in der Zwischenkriegsgesellschaft und eroberte im Sturm die Herzen wohlhabender Männer, die der Heldin als Happy End den sozialen Aufstieg durch Heirat garantierten. 

Yva – Else Ernestine Neuländer-Simon (1900–1942)

Zeitgenossen nahmen die Arbeiten der Berliner Fotografin Yva als denen eines Man Ray oder László Moholy-Nagy ebenbürtig wahr. Yva selbst, mit bürgerlichem Namen Else Neuländer, sah sich in erster Linie als Gebrauchsfotografin. Neben Aufträgen von illustrierten Magazinen und Modezeitschriften fertigte Yva Porträts von Künstlern, Tänzerinnen und Schauspielern, aber auch Tierporträts und Werbeaufnahmen. Die spätere Lehrmeisterin von Herbert Newton gründete schon mit 25 Jahren ihr eigenes Atelier und wurde insbesondere mit ihren Modeaufnahmen schnell bekannt. Mit seiner hoch professionalisierten, nachfrageorientierten Arbeitsweise hatte sich Yvas Atelier mit seinen bis zu 10 Mitarbeitern 1934 endgültig als eines der gefragtesten auf dem Gebiet der Modefotografie in Berlin durchgesetzt. Als die Nationalsozialisten 1938 ein Arbeitsverbot für jüdische Bürger verhängten, dem Yva aufgrund ihrer Herkunft unterlag, endete diese Erfolgsgeschichte jedoch wenige Jahre später. Erst Mitte der 90er Jahre des 20. Jahrhunderts wurde das zwischen 1925 und 1938 entstandene Werk dieser Grande Dame der Modefotografie wiederentdeckt und in seiner Bedeutung für die Entwicklung sowohl der Kunst- als auch der Gebrauchsfotografie der Moderne gewürdigt.

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