Bahnhof Friedrichstraße mit Blick Richtung Norden

Bahnhof Friedrichstraße mit Blick Richtung Norden

1907
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Für Berlin bedeuteten die Jahrzehnte von der Reichseinigung bis zum ersten Weltkrieg eine Ära des unerhörten Wachstums und Wandels. 1877 wurde die neue Hauptstadt des deutschen Kaiserreiches zunächst Millionenstadt, dann wurden 1905 die Zweimillionen überschritten. Aus der barocken Residenzstadt war eine moderne Weltstadt geworden − die freilich formal erst 1920 als Groß-Berlin gebildet werden sollte. Die Politik musste nun ganz grundsätzliche Lösungen für die vielgestaltigen Facetten der Modernisierung schaffen. Lösungen für die Einwohner wie Mietskasernen und Villenkolonien, Gartenanlagen und Sportstätten, Lösungen für die Infrastrukturaufgaben wie Kanalisation und die beginnende Elektrifizierung sowie die Ermöglichung des Nah- und Fernverkehrs mit autogerechten Straßen und ober- wie unterirdischen Bahnhöfen, und schließlich Lösungen für die gewaltigen Industrieanlagen, für Warenhäuser, Hotels und Unterhaltungspaläste.
Auch der Bahnhof Friedrichstraße entstand im Zuge der Optimierung der Verkehrswegeplanung. 1882 wurde die Berliner Stadtbahn als Eisenbahnstrecke zwischen Charlottenburg und heutigem Ostbahnhof eingeweiht, die die Kopfbahnhöfe der acht Berliner Hauptbahnlinien miteinander verbinden sollte.Die Friedrichstraße selbst verdankt sich einem Geschenk des Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm an seine Gemahlin Dorothea, nämlich des Gebiets zwischen Großem Tiergarten und Berliner Festungsmauer. In der nach 1670 zügig bebauten „Dorotheenstadt“ war die sogenannte „Querstraße“ zwischen Behrensstraße und Weidendammsbrücke nach dem Boulevard „Unter den Linden“ die wichtigste Straße, zumal nach ihrer Verlängerung zum Halleschen Tor nach der Erbauung der Friedrichstadt durch Friedrich III. Ihm verdankt sie auch ihren heutigen Namen: „Was heißt hier Querstraße?“, soll der König ausgerufen haben: „Ein anständiger Name muss es sein – der meinige.“ Im 19. Jahrhundert gewann der Abschnitt zwischen Spree und Halleschem Tor an Bedeutung: Teure Hotels, Restaurants und Künstleretablissements richteten sich hier ein und zogen Gäste an, zumal nach der Einweihung des neuen Bahnhofs. Um die Wende zum 20. Jahrhundert galt die Friedrichstraße als Handelsplatz für Edelsteine und Gold und war ein Zentrum der Prostitution. Vieles, was zu dieser Zeit den Mythos und das Schreckbild „Großstadt“ ausmachte, wurde mit ihrem Namen verbunden.

Sein Vater, der Uhrmachers Johann Christian Missmann, hatte Max Missmann wohl die Liebe zur Feinmechanik ins Herz gepflanzt. Zwar war der Kreuzberger Junge zunächst zum Dekorateur ausgebildet worden, aber mit 24 wechselte er noch einmal den Lehrberuf und wurde Fotograf. Zunächst als Lehrling bei dem renommierten Photographischen Atelier von Zander & Laibisch in der Mohrenstraße und schließlich ab 1900 im eigenen Atelier in der Skalitzer Straße 45. Nicht zuletzt, um sich von den übrigen 281 gewerblich eingetragenen „Lichtbildstätten“ in Berlin abzuheben, versah Missmann jedes Negativ mit seinem „Bilderzeichen“: dem Monogramm MM sowie der Jahreszahl und der fortlaufenden Negativnummer.

Der Betrieb des bald als „Photographisches Institut für Architektur, Industrie und Illustration“ firmierenden Unternehmens lief gut. In zahlreichen Publikationen waren seine Bilder zu sehen, etwa in Max Osborns bekanntem Berlin-Bildband oder in Franz Lederers „Berlin und Umgebung“, seine Motive fanden Verwendung in Kalendern und als Postkarten. 1944 wurde sein Atelier durch einen alliierten Bombenangriff zerstört, ein Ereignis, das ihm seine Lebenskraft raubte. Er starb am 3. Oktober 1945.

Nun drohte sein Werk in alle Richtungen zerstreut zu werden. Seine Renaissance nach 1988 verdankt sich vor allem der Ankaufspolitik des Berliner Märkischen Museums. Das spätere Berliner Stadtmuseum hatte zwischen 1905 und 1943 fast 1.100 Originalabzüge von Max Missmann angekauft, den größten Bestand an einem Einzelkünstler. Eine kluge Ankaufspolitik, dank der ein einzigartiges fotografisches Werk zur Berliner Stadtarchitektur  zumindest in Teilen überdauern konnte, und aus der heraus sich in den vergangenen Jahren mehrere Buchpublikationen und Ausstellungen speisten.

Foto: Max Missmann, © Stiftung Stadtmuseum Berlin. Limitierter Fine-Art-Print. Auflage: 80 Exemplare.
298,00€inkl. MwST., zzgl. Versand

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